Integrierter Pflanzenbau aus Überzeugung

Unseren Betrieb bewirtschaften wir aus Überzeugung nach den Richtlinien des integrierten Pflanzenbaus. Die in den letzten Jahren zunehmende Anzahl an Bioprodukten sehen wir kritisch, da erstens nicht alles Bio ist, wo Bio draufsteht (siehe Italien), zweitens bei steigender Weltbevölkerung und schrumpfender Ackerfläche es keinen Sinn macht, die Produktion zu extensivieren und drittens den Verbrauchern ein falsches Bild der „heilen Biowelt“ vermittelt wird.

Was ist integrierter Pflanzenbau? Eine Definition finden Sie hier.

Einige Beispiele:
Wer glaubt, dass in Biobetrieben keine Antibiotika eingesetzt werden dürfen, irrt:
Biolandrichtlinie S.46

Auch dürfen Futtermittel aus nicht Biobetrieben zugekauft werden:
Biolandrichtlinie S.45

Im Kartoffelbau dürfen zur Prophylaxe der Kraut- und Knollenfäule Kupferpräparate eingesetzt werden. Kupfer ist ein Schwermetall, das sich im Boden anreichert und in das Grundwasser ausgewaschen werden kann:
Biolandrichtlinie S.44

Im integrierten Pflanzenbau hingegen, werden hochwirksame Pflanzenschutzmittel eingesetzt, um mit minimalem Wirkstoffeinsatz gezielt die Kartoffeln zu schützen. Diese Wirkstoffe zerfallen nach kurzer Zeit z.B. durch die natürliche UV-Strahlung. Außerdem werden die vorgeschriebenen Wartezeiten immer beachtet, um Verbraucher nicht zu belasten.
Zum Einsatz von Bt-Präparaten:
Biolandrichtlinie S.44

Im biologischen Landbau darf das Gift des Bt-Bakteriums eingesetzt werden. Dieses wird biotechnologisch gewonnen und dann als Pflanzenschutzmittel großflächig ausgebracht. Es ist übrigens dasselbe Gift, das auch der genveränderte Bt-Mais von Monsanto produziert.

Auf Biobetrieben dürfen mineralische Dünger eingesetzt werden, die auch im integrierten Pflanzenbau genutzt werden:
Biolandrichtlinie: S. 43

Der einzige und gleichzeitig wichtigste Nährstoff, der im Biolandbau nicht mineralisch zugeführt werden darf, ist Stickstoff. Dieser ist jedoch elementar für eine gesunde Pflanzenentwicklung.
Das Verfahren zur Luftstickstofffixierung: http://de.wikipedia.org/wiki/Haber-Bosch-Verfahren

Der Zukauf von Saat- bzw. Pflanzgut und Tieren ist mit Einschränkungen möglich:
Biolandrichtlinie: S. 10 Absatz 3.5.2

Biobetriebe dürfen also in Ausnahmen konventionelles Saat- und Pflanzgut zukaufen.

Biorichtlinie S.23 Absatz 4.8.2.1 besagt, dass es möglich ist, auch Tiere aus Nicht-Biobetrieben zuzukaufen.
 
Dieses sind nur einige Beispiele um Ihnen zu verdeutlichen, dass wir versuchen, durch die uns gegebenen Möglichkeiten alles für das Tier- und Pflanzenwohl zu tun, denn nur gesunde und gut ernährte Tiere und Pflanzen können ihr Leistungspotential ausschöpfen.

Für Interessierte:

Biolandrichtlinien